Vom Duft der wilden Blüten und wie man ihn mit Wasser zähmt

Der Sommer ist die Zeit der Blüten.  Seit Mitte Juni verströmt das Mädesüß seinen unvergleichlichen Duft nach Mandel, Marzipan und eine Note, die ihm eigen ist und von den Salicylaten kommt, einer Stoffgruppe, die sich im Körper in Salicylsäure verwandelt. Das ist das was wir vom Aspirin kennen.  Die zeit des Mädesüß Zeit neigt sich allerdings Ende Juli dem Ende zu. Vorangegangen sind im Frühling die Robinie, die Traubenkirsche, das Duftveilchen und der Holunder. Nun steht das echte Labkraut in voller Blüte und verleitet uns, nah zu kommen und uns von dem Duft betören zu lassen. Und auch das Indische Springkraut und die zartgelbe Nachtkerze haben nun ihre Zeit. Wer tagsüber versäumt duftende Blüten zu sammeln, kann abends Nachtkerzenblüten sammeln, denn sie öffnen erst in der Dämmerung ihre unvergleichlich zarten Blüten.

Wie schön wäre es diesen Duft mit nach Hause und vielleicht sogar in die feucht-kalte Jahreszeit mitnehmen zu können. In den letzten Monaten habe ich mit den Blüten von Robinie, Holunder und Mädesüß  einige einfache Methoden ausprobiert. Die einfachen und schnellen Wege sind mir immer die liebsten, denn neben Beruf, Haushalt, Garten … bleibt nicht so viel Zeit für die Selbstversorgung mit den vielen guten und leckeren essbaren Wildpflanzen. Hier ein paar Anregungen, wie Sie den Duft übers Jahr bewahren können, um sich immer wieder daran zu erfreuen. Dabei muss man keinen Alkohol verwenden. Auch Wasser kann Duft einfangen.

Für die Herstellung der Blütenwässer schneide ich möglichst viele grüne Stängel von den Blüten ab.  Die Blüten auf Wunsch waschen. Ich mache es nicht, damit kein Duft verloren geht.

Schnelles Blütenwasser

Voll erblühte Blüten einfach wenige Stunden in reines, am besten gefiltertes Wasser legen. Das ergibt ein fein aromatisiertes Getränk. Die ersten Blüten kommen immer gleich unterwegs in meine Wasserflasche. Es dauert nicht lange bis die ersten Aromastoffe in das Wasser übergehen.

Langsames Blütenwasser

Die Blüten über Nacht in reines, am besten gefiltertes Wasser legen. Am nächsten Morgen hat man ein kräftig armomatisiertes Wasser. Die Intensität des Aromas hängt von der Menge und der Duftstärke  der Blüten ab.

Duftende Eiswürfel

Langsames Blütenwasser machen und in Eiswürfelbehältern einfrieren. Aromatisiert und kühlt zugleich. Legt man Blüten mit in die Form hat man auch noch einen schönen optischen Effekt.

Blütenlimonade

Blüten zusammen mit etwas Zucker und in Scheiben geschnittenen Zitrone, Limette oder Orange in gefiltertes Wasser geben. Mindesten 24 Stunden stehen lassen. Dann kann man abfiltern und mit Wasser oder Sprudelwassser aufgießen. Hier nimmt man etwas mehr Blüten, da das Getränk ja verdünnt wird.

Blütensirup

Für 1 LiterSirup braucht man  ca. 10 Blüten vom Mädesüß oder Holunder oder eine vergleichbare Menge anderer Blüten. Man benötigt 1 Liter Wasser, 1 kg Zucker, ca 20 gr. Zitronensäure ein paar Zitronen- oderOrangenscheiben nach Geschmack. Wasser mit dem Zucker aufkochen bis sich der Zucker gelöst hat. Dann  die Zitronensäure zufügen. Die Blüten mitdem Zuckersirup aufgießen,die Fruchtscheiben hinzufügen und mindestens 24 Stunden, gerne auch länger ziehen lassen. Der Sirup wird gefiltert und in Flaschen abgefüllt. Kühl aufbewahrt hält er ein paar Wochen.Wenn man ihn aufkocht und insterilisierte Flaschen füllt und dann dunkel stellt hält er länger.

Blütengelee

Langsames Blütenwasser machen. Am nächsten Tag den Gelierzucker und Zitronensaft zugeben (700 ml mit 1 kg Gelierzucker 1:1, Saft von 1 Zitrone). Nach Anweisung aufkochen, in sterilisierte Gläser geben, einige Minuten auf den Kopf stellen, dann umdrehen. Man kann einige Blüten vor dem Einfüllen hineingeben.

So einfach ist es, den Duft des Frühlings und des Sommers zu bewahren. Machen Sie sich auf. Fangen Sie ihre Lieblingsdüfte ein.

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