Ernten im Herbst – Teil 1- Frisches wildes Grün

Der Sommer ist nun wirklich vorbei. Die Temperaturen sind wieder erträglicher, ja mancherorts geht es nachts schon an die 0-Grad-Grenze. Es regnet endlich, auch wenn es mehr sein könnte, zumindest hier im Südosten Bayerns. Üppig und in großer Vielfalt sprießt das wilde Grün wieder, als wäre es ebenso erleichtert, dass die Hitze vorbei ist, so wie wir.

Nun kann man sich wieder an der zarten Vogelmiere erfreuen, die nun wieder große Flächen bedeckt. Und das hübsche Franzosenkraut mit seinen kleinen weiß-gelben Blüten bringt die zweite oder dritte Generation in diesem Jahr hervor. So können neben den blühenden und schon Samen tragenden Pflanzen auch noch viele mit üppigem Grün geerntet werden. Sie eignen sich durch die größeren Blätter besser für die Verarbeitung in der Küche.

Die zweijährigen Pflanzen sind nun in zwei Stadien zu finden. Diejenigen, die in ihrem zweiten Jahr stehen, sind an den Blüten- oder Samenständen zu erkennen, wie bei der Nachtkerze, die auch noch einige letzte Blüten und Knospen trägt. Die erstjährigen sind im Rosetten-Stadium. Nachtkerze und Natternkopf bilden, wenn sie genügend Platz und Nährstoffe, besonders prächtige Rosetten aus. Beide haben Pfahlwurzeln, die geerntet und zu Gemüsegerichten und Suppen zubereitet werden können (dazu demnächst mehr im Teil 2 der Herbst-Beiträge), aber auch die jungen Blätter sind essbar.

In Bachläufen sprießt nun das bittere Schaumkraut, das kresseartige Schärfe mitbringt und dank seiner Üppigkeit schnell geerntet ist. Es passt gut in Salate und wirkt mit seinen Senfölen antibiotisch. Gleich daneben findet man oft die Bachbunge, mit ihren knackigen, leicht herb-bitteren Blättern. Viele andere Pflanzen, die nun geerntet werden können haben diese Senföle, allesamt zählen sie zur Familie der Kreuzblütler. Jetzt wachsen frisch heran die Wegrauke, die Sumpfkresse, das Hirtentäschel, das Ackerhellerkraut und die Knoblauchsrauke. Wie der Name ahnen lässt, hat sie neben der Schärfe auch Knoblaucharoma, auch wenn dieses im Herbst nicht so intensiv ist wie im Frühling, wenn die Wurzeln neue junge Blätter treiben. Auf feuchten Waldwegen und Waldrändern kann man wilde Kresse nun in Form des Waldschaumkrautes finden, das sich durch die ausreichende Feuchtigkeit nun auch wieder ausbreitet. Im gleichen Habitat wächst der aufrechten Sauerklee, der mit seinen Blättern und jungen Schoten frische Säure für Salate und Dips mitbringt.

Doch die Vielfalt des Frühherbstes hat hier noch kein Ende. Nach wie vor gibt es große Kolonien von Brennnesseln, vor allem dort wo sie gemäht wurden, auch dem Beínwell tut diese Verjüngungskur gut und er treibt noch einmal viele neue Blätter aus seinen fleischigen Wurzeln, bevor dann bald die Nachtfröste ihn zur Winterruhe zwingen.

So zeigt sich uns der Frühherbst als eine der üppigsten Jahresszeiten und kommt für mich gleich nach dem Frühling. Und ich habe hier nur einige der Pflanzen vorgestellt, die uns jetzt frisches Grün bieten. Daneben sind nun viele Wildfrüchte reif, es gibt noch einiges an Samen zu ernten und unter der Erde wachsen nahrhafte und leckere Wurzeln heran. Doch davon soll in den nächsten Beiträgen berichtet werden.

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