Autor: Der wilde Weg

Fachberaterin für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen (HfWU) Bestsellerautorin "Der Giersch muss weg!" (Spiegel Bestseller Platz 3 Ratgeber Natur & Garten, Juni 2019)

Der Spätsommer grüßt mit frischem Grün und würzigen Samen

Es ist Spätsommer. Er hat sich durch mit der Reife der Ebereschenbeeren und Kornäpfel angekündigt.  Die heißeste Zeit des Jahres ist nun vorbei und nachdem es in vielen Regionen Deutschlands zum Teil ergiebig geregnet hat sprießt nun wieder das frische wilde Grün.

Ein Kind des langsam zu Ende gehenden Sommers ist der Sommer- oder Gemüse-Portulak, in südlichen Ländern ein beliebtes Salat- und Gemüsekraut, der sich nun auch bei uns immer wohler zu fühlen scheint. Ich finde ihn seit einigen Jahren immer häufiger auf Brachen und Ruderalflächen, vor allem aber auch in den Ritzen der Gehwege, gleich an den Straßen in meinem Viertel. Auch der Huflattich mag die warmen Flächen, allerdings findet man ihn auch an schattigen feuchten Waldwegen häufig, dort wo auch das Indische Springkraut sich immer mehr ausbreitet.

Auch das gefleckte Lungenkraut kann man an schattigen feuchten Plätzen nun wieder mit seiner hübschen Blätterpracht finden, ebenso Beinwell und eine der ergiebigsten Blattgemüsepflanzen der Wildpflanzenküche, die Kohldistel, einer meiner absoluten Favoriten. Aufrechter Sauerklee, Weißer Gänsefuß, Fuchsschwanz und der Windenknöterich sind weitere Pflanzen, die man nun gut ernten kann. Und natürlich: Brennnessel, Giersch und Löwenzahn treiben dort, wo gemäht wurde wieder frisches Grün und gehen in ihren zweiten Frühling.

Der Spätsommer ist naturgemäß eine Zeit der Samenreife. Bei manchen Pflanzenarten sind aktuell mehrere Generationen gleichzeitig zu finden. So gibt es junges Franzosenkraut, Fuchsschwanz und weißen Gänsefuß und manchmal gleich nebendran trägt die vorherige Generation Samen. Am Ende ihrer Erntezeit ist die Knoblauchsrauke angekommen, man muss man sie an schattigen Stellen suchen um eventuell noch Schoten zu finden, die noch nicht leer sind. In voller Pracht hingegen stehen Brennnessel, Indisches Springkraut und die Wilde Möhre. Vorsicht ist bei den Doldenblütlen angesagt, von denen nun viele Arten Samen tragen, denn es gibt auch tödlich giftige Arten, wie die Hundspetersilie und dem gefleckten Schierling! Hier gilt besonders: nur sammeln, was man 100%ig kennt, denn gerade in den Samen sind die Gifte sehr konzentriert. Gesammelt werden können Samen vom Wiesenbärenklau, der Wilden Pastinake, der wilden Möhre und die den Wäldern von der Waldengelwurz.

Ergiebig ist es zurzeit die reifen Samenstände von den zwei bei uns häufigen Fuchsschwanzarten zu ernten: dem aufrechten und dem Rauhaarigen Fuchsschwanz. Man kann sie zu Hause nachtrocknen und dann die reifen Samen durch aussieben gewinnen. Sie können genauso verwendet werden, wie die gekauften Amaranthus-Samen,  schmecken aber, wie ich finde, nicht so erdig, dafür etwas nach Mohn. Sehr lecker!

Was man auf keinen Fall versäumen sollte, ist die Ernte der reifen Brennnesselsamen. Die kleinen kantigen grünen Früchte strotzen nur so von wertvollen Inhaltsstoffen wie Eiweiß, Magnesium, ungesättigten Fettsäuren, Vitamin A und vielen anderen. Die männlichen Blüten hingegen, vertrocknen sobald sie ihren Blütenstaub verteilt haben. Die Samen (Gummihandschuhe anziehen) von den weiblichen Pflanzen abstreifen, auf einem Tuch ausbreiten und trocknen lassen, aussieben und dunkel und trocken aufbewahren. Die Samen kann man in den Salat und ins Müsli geben, über Eintöpfe und Suppen streuen oder einfach aufs Brot. So hat man jeden Tag eine gute Portion wichtiger Inhaltsstoffe. Einfacher geht’s nicht!

Dies ist nur ein kleines Ausschnitt aus der Vielfalt, die der Spätsommer für uns an wildwachsenden essbaren Pflanzen bereithält.

Wer Lust hat an einer geführten Wildpflanzenwanderung teilzunehmen, um hat dazu am Samstag, den 7. September die Gelegenheit. Wir gehen bei Beratzhausen an dem Ufer der Laber entlang, das im Moment von dichtem frischen wilden Grün bewachsen ist.  Dies ist ein Zusatztermin, denn die Wanderung am 1. September ist bereits ausgebucht. Weitere Termine in meinem neuen Programmflyer. Details für diese und auch andere Wanderungen finden Sie unter dem Menüpunkt „Spaziergänge„.

Sonnentor Wildkräuter-Wanderung an der Donau am 3. Juli

Die Sonnentor-Filiale in Regensburg wird im Juli 5 Jahre alt und ich wurde eingeladen eine Wildkräuter-Führung für Sonnentor zu machen. Das habe ich natürlich gerne zugesagt.

Wir treffen uns am Mittwoch 3. Juli um 18:00 in der Sonnentor-Filiale in der Gesandtenstraße und gehen dann gemeinsam an die Donau.

Unser Weg an der Donau ist gesäumt von einer großen Vielfalt an essbaren Wildpflanzen. Im Schatten der Bäume wachsen am Donauufer Brennnessel und Taubnessel, Knoblauchsrauke und Labkraut, Giersch und Breitwegerich. Aber auch das wunderbar duftende Mädesüß und die Pestwurz haben sich hier mitten in der Stadt angesiedelt. Lerne auf unserem gemeinsamen Spaziergang viele unserer essbaren Wildpflanzen kennen, die uns so viele wichtige Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung bieten. Freu dich auf einen entspannenden und bereichernden Spaziergang in den Feierabend.

Hier findet Ihr alle Details und könnt Euch anmelden. Kostenbeitrag 10 €

Kurzmeldung: Der Giersch muss weg! auf Spiegel-Bestsellerliste Platz 3

Und wieder ging es 3 Plätze nach oben auf der Spiegel-Bestsellerliste Ratgeber Natur & Garten. Unglaublich aber einfach nur schön. Jetzt auf Platz 3.

Mein Buch „Der Giersch muss weg!“ als Rezensionsexemplar gewinnen

Der Ulmer Verlag verlost auf lovelybooks.de 25 Rezensions-Exemplare meines Bestsellers der Giersch muss weg.

Das Buch hat beim Verleih des Deutschen Gartenbuchpreises 2019 auf Schloss Dennenlohe den ersten Preis in der Rubrik „Garten-Kochbuch“ erhalten! Und steht auf der aktuellen Spiegel Bestsellerliste für Ratgeber aus dem Bereich Natur & Garten auf Platz 6 im Mai und für Juni schon auf Platz 3.

Jede/r Gewinner/in erhält ein Exemplar „Der Giersch muss weg!“  Bewerbungsschluss ist der 09. Juni 2019. Mehr Informationen zum Buch und eine Leseprobe findet ihr hier
Ihr müsst Euch bei lovelybooks anmelden und verpflichtet euch zur aktiven Teilnahme und zum zeitnahen Schreiben einer Rezension bis spätestens 07. Juli 2019.

Der verlag weist darauf hin, dass Teilnehmer, die keine Rezension veröffentlichen, künftig nicht mehr bei einer Verlosung berücksichtigt werden. 
Bewerbt euch bei lovelybooks über den blauen „Jetzt bewerben“-Button und schreibt dort, warum ihr das Buch unbedingt gewinnen wollt.

Ich wünsche Euch viel Glück und bin gespannt auf Eure Rezensionen, wenn ihr eines gewinnt.

Deutscher Gartenbuchpreis 2019 für mein Buch „Der Giersch muss weg!“

Was für eine Überraschung. Letzte Woche kam eine E-Mail von meinem Verlag, dass unser Kochbuch den Deutschen Gartenbuchpreis in der Rubrik Gartenkochbuch erzielt hat. Für mich Neuling im Bereich Gartenbücher kam das völlig unerwartet. Wusste ich doch gar nicht, dass es so einen Preis gibt. Und dann sollen wir ihn für unser Buch bekommen. Wow!

Am letzten Freitag war es dann soweit. Ich habe mich nach Schloß Dennenlohe aufgemacht. Es liegt in der Nähe von Gunzenhausen und ist eine der größten Barockschloßanlagen in Bayern. Eigentümer sind Baron und Baronin von Süsskind. Der Baron ist auch als „Der grüne Baron“ bekannt und ist Herr und Gestalter eines riesigen Landschaftsgartens, mit verschiedenen Landschaftsteilen. Besonders berühmt ist der Rhododendronpark, der jedes Jahr viele Besucher anzieht. In diesem Jahr ist der Schloßpark Dennenlohe Teil der Bayerischen Landesgartenschau im nahen Wassertrüdingen.

Ich war früh dort und hatte Gelegenheit mich durch vollen Büchertisch zu wühlen, die Füße hochzulegen und in Ruhe das eine oder andere Buch durchzublättern. Nach der Gartenführung mit dem Baron begann um 18:00 die Soirée und es wurden nacheinander die Preise der verschiedenen Rubriken vergeben. Dazwischen reichte man in netter Weise leckere Speisen zum Hauswein. Vor allem das feine Tafelspitz hat mich begeistert und wird in einer verwilderten Variante sicher einen Platz in meiner Rezeptesammlung bekommen.

Die Rubrik „Gartenkochbuch“ ist recht neu darum wurden die Preise als letztes vergeben. So mussten wir bis fast zum Schluß der Preisverleihung entgegenfiebern.
Das Spannenste: wir wußten nicht, ob wir den 3., den 2. oder sogar den 1. Preis bekommen werden. Dann kam Platz 3: Blütengenuß für Tafel und Teller von Anja Klein. Die Gewinner von Platz 2 wurden aufgerufen: Melissa Raupach und Felix Lill für „Regrow your Veggies“. Tatsächlich! Für uns blieb „nur“ noch Platz 1. Wir wurden auf die Bühne gerufen und ich musste dafür über 4 freiherrliche Terrier steigen, die hier überall so herumlagen. Dann ging alles ganz schnell. Es wurden ein paar recht gute Fragen gestellt und ich denke ganz gut beantwortet und mit weichen Knien posierten wir dann noch für die Fotos. Zurück im Saal konnten wir uns dann gemeinsam mit unserer Lektorin Lisa Seibel vom Ulmer Verlag über unseren Preis freuen. Am Ende der Veranstaltung wurde dann noch fleißig fotografiert, die Autorinnen, die Lektorin und die Baronin. Letztere natürlich mit Hund.

Was für ein aufregender Abend. Eigentlich sollte ich ja an diesem Freitag auf Sri Lanka sein und mich dort erholen. Aber ein Bänderriss zwang mich dazu meine Reise abzusagen. Jetzt weiß ich wofür. Denn so eine Preisverleihung ist schon eine phantastische Belohnung für die viele Arbeit an einem Buch. Wen auch die anderen Preise interessieren kann sich hier die Liste ansehen. Es sind phantastische Bücher dabei.

Ergänzung am 21.3.2019:

Die Begründung der Jury
Was für eine faszinierende Idee! Gartenbesitzer sollen ungebetene pflanzliche Gäste – im Volksmund Unkraut genannt – künftig nicht chemisch oder auf sonstigem Wege Pflanzenarten von Brennnessel über Giersch bis Goldrute bietet das Buch Bestimmungsangaben, Tipps für die verträgliche Eindämmung der Gewächse und alternativ vor allem Rezepte für die kulinarische Nutzung derselben.
So wird etwa der bayerische Kartoffelsalat mit Giersch verfeinert und der Löwenzahn zu Antipasti verarbeitet. Ein gelungenes Buch für jeden Gärtner, das gleichsam zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.