Autor: Der wilde Weg

Fachberaterin für Selbstversorgung mit essbaren Wildpflanzen (HfWU)

Viel Grünes im November

Wer auf der heutigen Wildpflanzenwanderung in Tegernheim dabei war, der konnte sich von der Fülle der essbaren Wildpflanzen im November überraschen lassen. Fast zwanzig Interessierte trafen sich am Geopfad-Infopunkt in Tegernheim bei kühlem etwas regenerischem Novemberwetter.

Unser Weg führte uns zunächst an einen kleinen Bach, der parallel zur Strasse im engen Steinbett fließt. Hier ist der ideale Ort für die Bachbunge und das Bittere Schaumkraut. (mehr …)

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Wilde Sumpfkresse

Frisches wildes Grün im Oktober – die Wilde Sumpfkresse

Mitte Oktober war ich mit meinem Intensivkurs im Regensburger Westen unterwegs. Wir haben den Randbereich eines Erdbeerfeldes aufgesucht, wo wir im September  schon auffällig viele essbare Ackerunkräuter gefunden hatten. Vom Franzosenkraut, das im September unser „Liebling“ war, war kaum mehr etwas zu sehen. Dafür eine „Neuentdeckung“, eine Pflanze, die ich auf meinen zahlreichen Wildpflanzenwanderungen bisher noch nicht gefunden hatte.

In üppigen Gruppen standen da die saftig grünen Rosetten der wilden Sumpfkresse, so dass wir gar nicht anders konnten als zu ernten. Zarte Blättchen mit dezentem Kohlgeschmack, schnell geerntet und ergiebig. So mag ich es :-).
Die Wilde Sumpfkresse (Rorippa sylvestris) gehört zur Familie der Kreuzblütler, wie auch unsere Gemüse-Kohlarten Blumenkohl, Grünkohl und Broccoli, und die wilden Vertreter der Familie wie die Wegrauke, die Knoblauchsrauke und das Hirtentäschel.
Das Hirtentäschel wuchs direkt neben der Sumpfkresse und im ersten Moment kann man sie durchaus verwechseln, doch die Blattform ist ein wenig anders. Geschmacklich ist das Hirtentäschel etwas schärfer, die Sumpfkresse „kohliger“.

Spannend finde ich, dass man nun im Oktober frische Rosetten findet. In der Literatur wird die Zeit von April-Juni vor der Blüte als Erntezeit genannt. Doch das ist mir auch schon bei einigen Schaumkräutern aufgefallen: sie halten sich nicht an die Literatur sonder bilden im Herbst junge zarte Pflänzchen.
Essbar sind von der Sumpfkresse aber nicht nur die jungen Blättchen, die man roh, z. B. im Salat oder als Pesto  verwendet oder gekocht als Gemüsepflanze für die verschiedensten Gerichten  bei denen man sich eine kohlartigeNote vorstellen kann.

Sumpfkresse-Salat

Sumpfkresse-Salat

Als besonders schmackhaft gelten die noch zarten knackigen Blütenstände und die zarten Schoten, die sich nach der Blüte bilden. Die ausgereiften Samen schließlich kann man zu Senf verarbeiten oder auf der Fensterbank keimen, um im Winter die Vitamin-C-Versorgung zu sichern. Die schnelle Variante: Samen in die Pfeffermühle und überall verwenden, wo die Schärfe passt. Die scharfen Senföl-Glykoside sind nicht nur lecker sondern wirken antibakteriell.

Im November werden wir wieder dort hin gehen und nach ihr schauen, nach „unserer“ Sumpfkresse. Vielleicht zeigt sie uns dieses Jahr ja noch ihre Blüten.

Fortsetzung folgt.

 

Wiesenstorchenschnabel

Am Sonntag geht’s ins Weintinger Hölzl

Die erste Wildpflanzenwanderung im neuen Programm geht am kommenden Sonntag ins Weintinger Hölzl. Entlang des von Bibern aufgestauten Aubachs wachsen zahlreiche Arten unserer essbaren Wildpflanzen. An den Ufern und den angrenzenden Auwäldern finden sie beste Bedingungen. Und die, die nicht so gerne im Schatten stehen, können sich auf den ausgedehnten Wiesen ausbreiten.
Da die Wildobstzeit beginnt werden wir auch auf die Büsche und Bäume schauen. Ebereschen, Kornelkirchen und Holunder kann ich auf jeden Fall versprechen.

Wir starten um 10:00 bei der Allmeind. Alle Details und eine Karte mit dem Treffpunkt finden Sie hier https://derwildeweg.com/spaziergaenge/.

Melden Sie sich bitte per E-Mail direkt bei mir an, da die KEB im August Urlaub macht info@derwildeweg.de oder per Telefon (nachmittag/abends) oder SMS an 0179/5983086.

Hagebutten

Das neue Programm von September bis Februar

Nun ist es vollbracht. Heute habe ich den Druckauftrag für den neuen Programm-Flyer erteilt. Ende nächster Woche geht es dann ans Verteilen. Natürlich gibt es den Flyer jetzt schon online. Jeder der möchte, kann ihn unter dem Menüpunkt Programm herunterladen oder gleich hier mit diesem Link . Wie in meinen bisherigen Programmen gibt es wieder viele Möglichkeiten die essbaren Wildpflanzen in der freien Natur kennenzulernen. Von September bis Februar biete ich kurze Spaziergänge und längere Wanderungen in alle Himmelsrichtungen an. An der Donau  bei Weichs, in Burgweinting, in Tegernheim, am Aschacher Graben bei Lorenzen und in Oberhinkofen. Los geht es am 3. September in Burgweinting. Hier ein paar Impressionen von gestern.

Neu sind die monatlichen Wanderungen mit den Intensivgruppen. Aktuell besteht schon eine Gruppe in Bad Abbach und eine  im Regensburger Westen. In einer kleinen Gruppe gehen wird etwa 2,5 Stunden in einem vorher gemeinsam festgelegten Gebiet auf die Suche nach den essbaren Wildpflanzen. Zum Nachschlagen und Wiederholen stelle ich Fotos aller besprochenen Pflanzen auf eine eigene Webseite online.

Mit dem neuen Jahr beginnen dann wieder die Wissens-Seminare, die Sie auf die neue Wildpflanzensaison vorbereiten. Die wichtigsten botanischen Grundbegriffe, Übersicht über Stängel-, Blatt- und Blütenformen und detaillierte Porträts der wichtigsten essbaren Wildpflanzen, strukturiert nach ihren Familien, schaffen Basiswissen für das Erkennen und Sammeln der essbaren Pflanzen. Über 500 Bilder, die sie online jederzeit wieder anschauen können,  und umfangreiche Skripten unterstützen Sie dabei die essbaren Wildpflanzen sicher kennenzulernen und von giftigen zu unterscheiden.

Zwei Kochkurse gibt es in dieser Saison.Den ersten Mitte September im schönen Seminarhaus Lichtquelle beim Schulerloch nahe Kelheim. Hier sind vor allem die einfachen Gerichte ein Thema, die sich im Alltag schnell umsetzen lassen. Im Oktober  wird dann in der Küche der Realschule Neutraubling wild gekocht. Was gibt’s zu ernten in dieser Zeit? Zum Beispiel die Wurzeln von Löwenzahn, Distel und Nachtkerzen, Früchte wie Hagebutten und Ebereschen, Nüsse von Walnussbaum und Hasel, Samen von Indischem Springkraut und Brennnessel und viel frisches Grün von Vogelmiere, Taubnessel, Kleiner Braunelle und vielen anderen.  Und im November und Februar mixen wir wieder leckere Grüne Smoothies aus Wildpflanzen und reifen Früchten.
Die Details zu allen Kursen finden Sie hier auf meiner Webseite.

Ich freue mich schon wieder auf das gemeinsame Wandern und Kochen. Es hat mir gefehlt.

Bis bald

Ihre Susanne Hansch

 

Frittata mit Gänsefingerkraut, Giersch und Brennnesselsamen

Heute mal wild gekocht und fotografiert. Nennt sich Frittata (in Italien) oder Menemem (Türkei) und ist nichts anderes als gebratenes Gemüse mit Rührei. Unendlich variierbar. Hier das Rezept kurz und knackig:
– Zucchini, Pilze und Frühlingszwiebel anbraten
– Gierschstengel klein schneiden und dazu geben, kurz mitbraten
– Gierschblätter und Blättchen vom Gänsefingerkraut kleinschneiden und kurz mitgaren.
– Eier verquirlen, würzen, drübergeben und stocken lassen.
– Bestreuen mit grobem Salz und Gomasio. Ich habe mein Gomasio mit gerösteten Brennnesselsamen angereichert.
Auf die Teller, fertig, los …
Für alle, die es mal ausprobieren wollen: im Kochkurs am 17.9 in Oberau beim Schulerloch da gibt s sicher eine Frittata. Weil’s schnell geht, einfach ist und lecker ist. Details zum Kurs.