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Die wilden Sommerstars und ein Sommersalat

Mit dem Frühsommer, wenn die Nachtfröste vorbei sind, beginnt die Zeit der wilden Sommer-Pflanzen. Ich freue mich jedes Jahr auf sie, denn sie sind wuchsfreudig, ergiebig und vielseitig in der Küche verwendbar. Es sind typische Ackerbegleitkräuter und Pionierpflanzen, die hierher gehören. Vier von ihnen haben im Laufe der letzten Jahre mein Herz erobert:

Das Franzosenkraut, der Weiße Gänsefuß, der Fuchsschwanz und der Sommer-Portulak.

Franzosenkraut alias Knopfkraut

Das Franzosenkraut kommt aus Südamerika und zählt zu den Neophyten, d. h. zu den Pflanzen, die nach Kolumbus unseren europäischen Kontinent besiedelt haben. Zwei Arten gibt es bei uns: das kleinblütige und das stärker behaarte Behaarte Knopfkraut. Wo es sich mal angesiedelt hat, wird man es nicht mehr los. Mehrere Generationen im Jahr sorgen dafür. Gott sei Dank! Denn es ist ein schmackhafte Gemüsepflanze mit einem ganz typischen Geschmack, der mich an Sonnenblumenkerne erinnert. Geerntet wird es, solange die Blütenköpfchen noch kurz sind, denn dann sind die Blätter zart und die Blattmasse am größten.

Es eignet sich für alle Arten von Spinatgerichten, für Füllungen und in Eintöpfe. Zarte Blättchen schmecken auch roh in Salaten und fein geschnitten in Dips und Aufstrichen aller Art.

Im Jugendstadium kann man das Franzosenkraut mit dem Nachtschatten verwechseln, dessen Blätter aber nicht behaart sind.

Der Weiße Gänsefuß

Der Weiße Gänsefuß ist die wilde Verwandtschaft von Melde und Spinat. Wie die Melde, eine vergessene Gemüsepflanze, die langsam wieder in der Gärten Einzug hält, ist der Gänsefuß eine Sommerpflanze. Gänsefuß und Melde schemcken wie Spinat. Damit ist die Erklärung, wie man sie zubereitet kurz: alles was mit Spinat geht, geht auch mit dem Gänsefuß.

Wie beim Franzosenkraut am besten vor oder zu Beginn der Blüte ernten, denn dann ist die Blattmasse am größten und es ist schnell geerntet. Wie der Kulturspinat enthält der Gänsefuß Oxalsäure. Oxalsäure verbraucht im Stoffwechselprozess Kalzium, darum sollte man Kalziumreiche Zutaten, wie Milchprodukte, bei der Zubereitung verwenden. Wer Probleme mit Osteoporose hat oder zu Nierensteinen neigt, sollte mit oxalsäurehaltigen Pflanzen, wie z. B. auch em Rhabarber, zurückhaltend sein. Die Blätter des Gänsefußes wirken wie bemehlt- daher das „weiß“ im Namen und ihre Form erinnert an die Füße von Gänsen. Der Blütenstand ist unscheinbar grün. Ein ungenießbarer Verwechsler ist der Bastard-Gänsefuß, der deutliche Spitzen an den Ausbuchtungen der Blätter hat und unangenehm riecht.

Der Fuchsschwanz

Wie der Gänsefuß zählt der Fuchsschwanz zu den Fuchsschwanzgewächsen und enthält ebenfalls Oxalsäure. Beide sind Pionierpflanzen und äußerst ergiebige Spinatpflanzen. Der Blütenstand des Fuchsschwanzes ist etwas borstig und muss vor der Zubereitung entfernt werden. Gerne wachsen sie gesellig zusammen auf Äckern und Gemüsebeeten und können einfach zusammen geerntet und zubereitet werden. Im Geschmack sind sie sich ähnlich.

Der Sommer-Portulak

In den letzten Jahren, in denen die Sommer immer heißer werden, hat sich bei uns der Sommer-Portulak immer mehr ausgebreitet. In türkischen Lebensmittelgeschäften habe ich ihn vor vielen Jahren kennengelernt und in Lissabon und Venedig wiederentdeckt. Nun wächst er bei mir ums Eck. Krakenartig breitet er seine Triebe auf den Fußwegen zwischen den Wegplatten und an den Bordsteinen aus. Keine guten Plätze zum Ernten. Zum Glück wächst er aber auch auf Brachflächen die trocken und warm sind. Hier kann man ihn gut ernten.

Der Portulak eignet sich gut für sommerliche Salat aller Art. Er ist sehr wasserhaltig, knackig und leicht salzig. Lecker mit Tomaten und Gurken. Verwechsler gibt es nicht, achtet man auch die knackigen runden rötlichen Stengel und die Dickfleischigkeit der Blätter.


Anatolischer Salat mit Sommer-Portulak

Zutaten für 2 Portionen als Hauptspeise

2 EL Pinienkerne oder Zedernnüsse
4-5 EL Granatapfelkerne
6 reife Tomaten
1 kleine Salatgurke
3 bunte Spitzpaprika
1 rote Zwiebel
1 Handvoll Petersilie oder junger Giersch
1 Bündel frischer Sommer-Portulak
1 EL Sumach (Essigbaum-Gewürz)
5 EL Olivenöl
1 EL milder Essig
Saft von einer Zitrone
Salz und Pfeffer

  • Die Pinienkerne ohne Fett in einer Pfanne vorsichtig rösten.
  • Den Granatapfel entkernen.  Die Tomaten und Gurken würfeln, Paprika entkernen und auch in Würfel schneiden.  Zwiebel fein schneiden und Kräuter hacken. Alles vermengen und in eine große Schüssel geben. Portulak in mundgerechte Stücke zupfen und darauf anrichten.
  • Aus den übrigen Zutaten die Vinaigrette anrühren, gut abschmecken und vor dem Servieren über den Salat geben.
  • Mit den gerösteten Pinienkernen und Sumak bestreuen.

Gutscheine

Die Gutscheine sind fertig. Wer Wildkräuter-Wanderungen oder Kochkurse verschenken möchte, der kann jetzt

ich habe das Indische Springkraut als Motiv gewählt, weil es mich sehr an ein Füllhorn erinnert.
Schreibt eine Mail an info@derwildeweg.de mit dem Gutscheinbetrag, dem Namen der bzw. des Beschenkten und der Adresse für den Versand. Ich sende Euch dann die Kontoverbindung für die Überweisung zu. Für Gutscheinkarte und den Versand kommen zum Gutscheinbetrag 2,50 € dazu. Auf geht’s.

Das Programm Frühling/Sommer 2020 ist fertig

Der neue Programm-Flyer von März bis Juli 2020 ist fertig und kann nun heruntergeladen werden. Leider fallen wegen der Corona-Krise die Veranstaltungen bis Mitte April aus. Wir werden sehen wie es weitergeht.

Sonnentor Wildkräuter-Wanderung an der Donau am 3. Juli

Die Sonnentor-Filiale in Regensburg wird im Juli 5 Jahre alt und ich wurde eingeladen eine Wildkräuter-Führung für Sonnentor zu machen. Das habe ich natürlich gerne zugesagt.

Wir treffen uns am Mittwoch 3. Juli um 18:00 in der Sonnentor-Filiale in der Gesandtenstraße und gehen dann gemeinsam an die Donau.

Unser Weg an der Donau ist gesäumt von einer großen Vielfalt an essbaren Wildpflanzen. Im Schatten der Bäume wachsen am Donauufer Brennnessel und Taubnessel, Knoblauchsrauke und Labkraut, Giersch und Breitwegerich. Aber auch das wunderbar duftende Mädesüß und die Pestwurz haben sich hier mitten in der Stadt angesiedelt. Lerne auf unserem gemeinsamen Spaziergang viele unserer essbaren Wildpflanzen kennen, die uns so viele wichtige Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung bieten. Freu dich auf einen entspannenden und bereichernden Spaziergang in den Feierabend.

Hier findet Ihr alle Details und könnt Euch anmelden. Kostenbeitrag 10 €

Das Frühjahrs- und Sommerprogramm steht

Mein neues Programm für Frühjahr und Sommer ist diesem Jahr ist fertig und Sie können sich damit auf die neue Saison einstimmen. Draußen ist es noch kalt und es liegt Schnee, doch es wird nicht mehr allzu lange dauern und das erste junge Frühjahrsgrün wird wachsen, darunter das schöne Scharbockskraut für den ersten VitaminC-Schub.

Scharbockskraut

In dieser Saison gibt es wieder mehr Kochkurse, in jedem Monat von April bis August jeweils einen. Manchmal mit gemeinsamem Sammeln vorab, manchmal wird einfach nur lecker gekocht und gegessen. Das Highlight ist der „Wilde Wildkräutertag“ am 18. Mai im Mienbacher Waldgarten. Hier können wir im Permakulturgarten von Hanne Zech gemeinsam unsere Wildkräuter sammeln und dann im wunderschönen Seminarhaus gemeinsam damit kochen. In allen Kochkurse werden wir auch Gerichte aus meinem ersten Wildkräuter-Kochbuch „Der Giersch muss weg“ zubereiten, das gerade frisch im Ulmer Verlag erschienen ist.

Es gibt diesmal auch mehr Abendspaziergänge, die ich wie bisher gemeinsam mit der KEB Regensburg Stadt anbiete und nun auch mit der  vhs Regensburg Stadt. Es ist einfach schön am Abend nach der Arbeit noch einen entspannenden und bereichernden Abendspaziergang zu den wilden Pflanzen zu machen. Die Spaziergänge bei der vhs starten im Osten des Stadt beim BIC im Candis und im Süden, beim BIC im Köwe. Bei der KEB sind es 5 verschiedene Startpunkte entlang der Donau mitten in der Stadt.

Für alle, die Probleme mit dem Gehen haben oder im Rollstuhl sitzen, habe ich alle geeigneten Kurse mit einem Rolli-Fahrer markiert. Es ist auch ein Kochkurs dabei in der vhs-Regensburger Land, die in Neutraubling in neue Räume umzieht. Dort gibt es eine wunderschöne neue Küche, in der eine Kochstelle für Rollstuhlfahrer absenkbar ist. Eine grandiose Idee finde ich.

Auch die Februar-Kurse sind noch mit im Programm, von denen ich Ihnen das Basiswissen-Seminar „Essbare Wildpflanzen sicher erkennen“ besonders ans Herz lege. Hier lernen Sie die wichtigsten botanischen Grundlagen für die Pflanzenbestimmung und die wichtigsten Pflanzenfamilien und Wildpflanzenarten anhand zahlreicher Bilder und ausführlicher Unterlagen kennen. Die beste Vorbereitung für die kommende Saison.

Basiswissen essbare WildpflanzenDen Programm-Flyer können Sie sich gleich hier herunterladen. Die Druckversion gibt es dann in ca. 2 Wochen. Sie wird wieder in vielen Regensburger Geschäften ausliegen, z. B. im Biomarkt Neuhoff im DEZ, bei Sonnentor in der Spiegelgasse und beim Trekkingladen in der Oberen Bachgasse. Und natürlich bringe ich ihn zu allen Kursen mit.

Ich freue mich auf die nächste gemeinsam Wildpflanzensaison mit Ihnen.