Deutscher Gartenbuchpreis 2019 für mein Buch „Der Giersch muss weg!“

Was für eine Überraschung. Letzte Woche kam eine E-Mail von meinem Verlag, dass unser Kochbuch den Deutschen Gartenbuchpreis in der Rubrik Gartenkochbuch erzielt hat. Für mich Neuling im Bereich Gartenbücher kam das völlig unerwartet. Wusste ich doch gar nicht, dass es so einen Preis gibt. Und dann sollen wir ihn für unser Buch bekommen. Wow!

Am letzten Freitag war es dann soweit. Ich habe mich nach Schloß Dennenlohe aufgemacht. Es liegt in der Nähe von Gunzenhausen und ist eine der größten Barockschloßanlagen in Bayern. Eigentümer sind Baron und Baronin von Süsskind. Der Baron ist auch als „Der grüne Baron“ bekannt und ist Herr und Gestalter eines riesigen Landschaftsgartens, mit verschiedenen Landschaftsteilen. Besonders berühmt ist der Rhododendronpark, der jedes Jahr viele Besucher anzieht. In diesem Jahr ist der Schloßpark Dennenlohe Teil der Bayerischen Landesgartenschau im nahen Wassertrüdingen.

Ich war früh dort und hatte Gelegenheit mich durch vollen Büchertisch zu wühlen, die Füße hochzulegen und in Ruhe das eine oder andere Buch durchzublättern. Nach der Gartenführung mit dem Baron begann um 18:00 die Soirée und es wurden nacheinander die Preise der verschiedenen Rubriken vergeben. Dazwischen reichte man in netter Weise leckere Speisen zum Hauswein. Vor allem das feine Tafelspitz hat mich begeistert und wird in einer verwilderten Variante sicher einen Platz in meiner Rezeptesammlung bekommen.

Die Rubrik „Gartenkochbuch“ ist recht neu darum wurden die Preise als letztes vergeben. So mussten wir bis fast zum Schluß der Preisverleihung entgegenfiebern.
Das Spannenste: wir wußten nicht, ob wir den 3., den 2. oder sogar den 1. Preis bekommen werden. Dann kam Platz 3: Blütengenuß für Tafel und Teller von Anja Klein. Die Gewinner von Platz 2 wurden aufgerufen: Melissa Raupach und Felix Lill für „Regrow your Veggies“. Tatsächlich! Für uns blieb „nur“ noch Platz 1. Wir wurden auf die Bühne gerufen und ich musste dafür über 4 freiherrliche Terrier steigen, die hier überall so herumlagen. Dann ging alles ganz schnell. Es wurden ein paar recht gute Fragen gestellt und ich denke ganz gut beantwortet und mit weichen Knien posierten wir dann noch für die Fotos. Zurück im Saal konnten wir uns dann gemeinsam mit unserer Lektorin Lisa Seibel vom Ulmer Verlag über unseren Preis freuen. Am Ende der Veranstaltung wurde dann noch fleißig fotografiert, die Autorinnen, die Lektorin und die Baronin. Letztere natürlich mit Hund.

Was für ein aufregender Abend. Eigentlich sollte ich ja an diesem Freitag auf Sri Lanka sein und mich dort erholen. Aber ein Bänderriss zwang mich dazu meine Reise abzusagen. Jetzt weiß ich wofür. Denn so eine Preisverleihung ist schon eine phantastische Belohnung für die viele Arbeit an einem Buch. Wen auch die anderen Preise interessieren kann sich hier die Liste ansehen. Es sind phantastische Bücher dabei.

Ergänzung am 21.3.2019:

Die Begründung der Jury
Was für eine faszinierende Idee! Gartenbesitzer sollen ungebetene pflanzliche Gäste – im Volksmund Unkraut genannt – künftig nicht chemisch oder auf sonstigem Wege Pflanzenarten von Brennnessel über Giersch bis Goldrute bietet das Buch Bestimmungsangaben, Tipps für die verträgliche Eindämmung der Gewächse und alternativ vor allem Rezepte für die kulinarische Nutzung derselben.
So wird etwa der bayerische Kartoffelsalat mit Giersch verfeinert und der Löwenzahn zu Antipasti verarbeitet. Ein gelungenes Buch für jeden Gärtner, das gleichsam zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt.

Mit dem Scharbockskraut in den Vorfrühling

Mit dem Scharbockskraut beginnt für mich jedes Jahr die neue Wildkräutersaison. Nicht, dass es in den letzten Monaten nichts zu ernten gab, im Gegenteil. Taubnessel und Vogelmiere, Kletten-Labkraut, Rainkohl und Ehrenpreis haben im Winter meinen Speiseplan bereichert. Doch das Scharbockskraut hat für mich irgendwie eine Signalwirkung. Dann weiß ich: die neue Saison beginnt. Doch wann ist das soweit? Wann kommt das Scharbockskraut? Ende Februar? Anfang März? Mitte März? Das kann man so nicht sagen. Das ist abhängig vom Wetter, von der Region und auch vom Standort. Geht das Scharbockskraut an der einen Stelle schon in Blüte kommt es woanders gerade mal aus der Erde. Wann weiß ich also wann ich (endlich) sammeln kann?

Hier hilft Beobachtung weiter. Die Blüte bestimmter Pflanzen zeigt uns an, was die Uhr geschlagen hat. Und der Vorfrühling wir angezeigt durch die Blüte von Krokus, Schneeglöckchen, Frühlingsknotenblume und Hasel.

Und so wie es für den Vorfrühling bestimmte Zeigerpflanzen gibt, so gibt es sie auch für den Erstfrühling, den Vollfrühling und alle weiteren Jahreszeiten. Alle diese Jahreszeiten und ihre zugehörigen „Erscheinungen“ sind im Phänologischen Kalender zusammengestellt. Der Phänologischen Kalender teilt das Jahr in Jahreszeiten ein und ordnet ihnen Phänomene des Pflanzen- und Tierreichs zu, die diese Jahreszeit kennzeichnen. Ein Phänomen kann die Blüte bestimmter Pflanzen sein, der Austrieb der Blätter oder die Erntereife der Früchte. Gerade in Zeiten des Klimawandels, der die eingespielten Rhythmen der Natur durcheinander wirbelt, hilft ein phänologischer Sammelkalender mehr als einer nach Monaten. Denn dem Scharbockskraut ist es egal, ob es im Februar oder März wachsen soll, es kommt wenn es an der Zeit ist, wenn es auch dem kleinen Schneeglöckchen genehm ist uns mit seiner Blüte zu erfreuen.

Darum werde ich ab diesem Jahr keinen monatlichen Sammelkalender mehr zur Verfügung stellen, sondern einen, der sich nach dem phänologischen Kalender orientiert. So beginnt das Wildkräuterjahr mit dem Vorfrühling und allen Wildkräutern, die mit der Blüte von Schneeglöckchen, den Krokussen, der Hasel und der Frühlingsknotenblume sprießen.

Neben dem Scharbockskraut treibt im Vorfrühling auch die Große Brennessel aus, der Löwenzahn schiebt die ersten neuen frischen grünen Blättchen hoch, die Weidenröschen bekommen neue Blätter und die kreisrunden Rosetten des Behaarten Schaumkrautes findet man nun immer häufiger. Der Efeublättrige Ehrenpreis bedeckt jetzt die nackten Böden der Gartenbeete und der Rundblättrige Ampfer bietet seine jungen milden Blätter an, die jetzt noch wenig Bitterstoffe haben.  Auch der Dost ist ungeduldig und treibt neue würzige Blätter und der Feldsalat, der den Gärten entflohen ist, kann nun zusammen mit den zarten jungen Rainkohl-Rosetten für die ersten Frühlings-Salate geerntet werden. An manchen Stellen zeigt sich schon der Bärlauch und auch das Barbarakraut geht in die neue Saison.

Mit der Blüte von Forsythie und Schlüsselblumen wird der Erstfrühling den Vorfrühling ablösen. Dann werde ich das nächste Kapitel des Phänologischen Sammelkalenders aufgeschlagen.

Der Giersch muss weg – Kochbuch neben Unkrautvernichter

Sucht man auf amazon.de nach meinem Unkräuter-Kochbuch mit dem schönen Titel „Der Giersch muss weg“,  dann bekommt man völlig unterschiedliche Suchergebnisse. Neben meinem Kochbuch werden auch Unkrautvernichtungs-Mittel (mit Handschutz!!) angezeigt. Das ist nur ein Spiegel unsere Welt.

Wie schön, dass nur mein Kochbuch eine 5-Sterne-Bewertung hat.

Das Frühjahrs- und Sommerprogramm steht

Mein neues Programm für Frühjahr und Sommer ist diesem Jahr ist fertig und Sie können sich damit auf die neue Saison einstimmen. Draußen ist es noch kalt und es liegt Schnee, doch es wird nicht mehr allzu lange dauern und das erste junge Frühjahrsgrün wird wachsen, darunter das schöne Scharbockskraut für den ersten VitaminC-Schub.

Scharbockskraut

In dieser Saison gibt es wieder mehr Kochkurse, in jedem Monat von April bis August jeweils einen. Manchmal mit gemeinsamem Sammeln vorab, manchmal wird einfach nur lecker gekocht und gegessen. Das Highlight ist der „Wilde Wildkräutertag“ am 18. Mai im Mienbacher Waldgarten. Hier können wir im Permakulturgarten von Hanne Zech gemeinsam unsere Wildkräuter sammeln und dann im wunderschönen Seminarhaus gemeinsam damit kochen. In allen Kochkurse werden wir auch Gerichte aus meinem ersten Wildkräuter-Kochbuch „Der Giersch muss weg“ zubereiten, das gerade frisch im Ulmer Verlag erschienen ist.

Es gibt diesmal auch mehr Abendspaziergänge, die ich wie bisher gemeinsam mit der KEB Regensburg Stadt anbiete und nun auch mit der  vhs Regensburg Stadt. Es ist einfach schön am Abend nach der Arbeit noch einen entspannenden und bereichernden Abendspaziergang zu den wilden Pflanzen zu machen. Die Spaziergänge bei der vhs starten im Osten des Stadt beim BIC im Candis und im Süden, beim BIC im Köwe. Bei der KEB sind es 5 verschiedene Startpunkte entlang der Donau mitten in der Stadt.

Für alle, die Probleme mit dem Gehen haben oder im Rollstuhl sitzen, habe ich alle geeigneten Kurse mit einem Rolli-Fahrer markiert. Es ist auch ein Kochkurs dabei in der vhs-Regensburger Land, die in Neutraubling in neue Räume umzieht. Dort gibt es eine wunderschöne neue Küche, in der eine Kochstelle für Rollstuhlfahrer absenkbar ist. Eine grandiose Idee finde ich.

Auch die Februar-Kurse sind noch mit im Programm, von denen ich Ihnen das Basiswissen-Seminar „Essbare Wildpflanzen sicher erkennen“ besonders ans Herz lege. Hier lernen Sie die wichtigsten botanischen Grundlagen für die Pflanzenbestimmung und die wichtigsten Pflanzenfamilien und Wildpflanzenarten anhand zahlreicher Bilder und ausführlicher Unterlagen kennen. Die beste Vorbereitung für die kommende Saison.

Basiswissen essbare WildpflanzenDen Programm-Flyer können Sie sich gleich hier herunterladen. Die Druckversion gibt es dann in ca. 2 Wochen. Sie wird wieder in vielen Regensburger Geschäften ausliegen, z. B. im Biomarkt Neuhoff im DEZ, bei Sonnentor in der Spiegelgasse und beim Trekkingladen in der Oberen Bachgasse. Und natürlich bringe ich ihn zu allen Kursen mit.

Ich freue mich auf die nächste gemeinsam Wildpflanzensaison mit Ihnen.

Aktuelle Info: Die Wanderung heute 26. Januar 2019 findet statt

Samstag 26. Januar – Essbare Wildpflanzen im Winter –

Aktuelle Info am 26.1: Die Wanderung heute findet statt, das Wetter passt. Treffpunkt: Prüfeninger Schlossgarten, Prüfeningerstraße 75

Nachtrag: Das Wetter hat gehalten und es war wieder eine wirklich schöne Wanderung mit interessierten und sympatischen Teilnehmern. Danke, es hat Spaß gemacht.