April

Der Duft des Echtes Veilchens – Viola odorata

Es bedeckt ganze Flächen mit seinen zarten violetten Blüten, das Echte Duftveilchen, Viola odorata. In diesem Jahr sind es besonders viele, vielleicht weil es so lange so kalt war und so kann ich mit guten Gewissen einen kleinen Teil entnehmen. Ich wohne mitten in der Stadt und komme durch ein Steintor in unseren Garten und werde empfangen von intensivem Veilchenduft. (Kurz stehen bleiben und den Duft genießen.) Es sind so viele, dass ich mich entschieden habe, dieses Jahr zu ernten.

Zunächst habe ich mir überlegt, was ich daraus machen möchte. Auf eine Anregung einer Freundin (Danke Angela) habe ich mich für Veilchenblüten-Zucker entscheiden. Und weil mir die Fotos des violetten Veilchenblüten-Sirups aus einem meiner Lieblings-Wildpflanzen-Kochbücher nicht aus dem Kopf geht, auch für Veilchenblüten-Sirup (Meret Bissegger: Meine wilde Pflanzenküche).

Ernte-Tipp

Was mich bisher auch von der Veilchenernte abgehalten hat, war das mühselige Pflücken der Blüten. Das ist für mich ungeduldige Ernterin eigentlich nicht das Richtige. Doch im rechten Moment hatte ich den richtigen Einfall: so wie man Heidelbeeren mit einem Kamm ernten kann sollte das doch auch mit den Veilchenblüten gehen, oder? Und tatsächlich. Mit einem ganz normalen Kamm, kann man sich die kleinen violetten Blüten behutsam in die Hand“kämmen“ ohne sie zu zerdrücken. Und so dicht wie sie stehen sind es manchmal 4, 5 oder 6 der hübschen Blüten auf einmal. So habe ich recht schnell die 20 Gramm für den Blütenzucker und die vielen Blüten für das Sirup-Rezept zusammen, mit denen ich nun ein 500 ml-Gefäß füllen kann.

Blütenzucker

20 Gramm Blüten ohne Stiele. (Den Hinweis in vielen Rezepten, dass man die grünen Kelche entfernen soll, ignoriere ich, denn das finde ich viel zu mühsam. Auch mit den kleinen Kelchen ist das Veilchenaroma des Zuckers für mich intensiv genug) (mehr …)

Neue Pflanzen im Sammelkalender für den April

Endlich wird es warm! Nach der langen Kälteperiode,  wird die Auswahl an essbaren Wildpflanzen nun endlich größer. Der Bärlauch treibt jetzt selbst an schattigen Plätzen aus und die Brennnesseln haben nun eine schöne Größe und lassen sich wunderbar ernten. Auch der Giersch treibt an sonnigen Stellen nun richtig aus und die ersten Hände voll junger zarter Blätter sind schnell geerntet.

Das Scharbockskraut steht jetzt voll im Saft und bedeckt große Flächen. An sonnigen Stellen geht es schon in Blüte, dann kann es nicht allerdings nicht mehr geerntet werden, da die Menge an giftigem Protoanemonin in den Blättern dann zu groß wird.. Die Knospen hingegen sind essbar. Der Wiesensauerampfer streckt jetzt immer mehr seiner zarten säuerlichen Blätter ans Licht und sein großer Verwandter der Rundblättrige Ampfer bietet seinen jungen Blätter zur Ernte an. Sie sind nur jung schmackhaft, später werden sie bitter. Sehr knackig und zart sind die jungen Blattrosetten des Klatschmohns. Sie wachsen nach einer Pause während der letzten kalten Wochen nun weiter. Sie sollte man nicht in zu großen Mengen essen, da der weiße Milchsaft  nicht  so gut verträglich ist. Aber ab und zu sollten Sie sich dieses feine Gemüse schmecken lassen!

Für den ersten Frühlingssalat können nun die jungen zarten Blätter des Löwenzahn geerntet werden. Jetzt sind sie nur leicht bitter und sehr zart. Seine Bitterstoffe unterstützen den Stoffwechsel und damit ist sie die klassische Pflanze für das Frühjahr. (mehr …)

Löwenzahnblüten köcheln

Goldener Löwenzahnblütensirup

Sonniges Wetter läßt die Löwenzahnblüten aufgehen und nun ist es an der Zeit die vertagten Pläne umzusetzen und Löwenzahnblütensirup zu machen. Ein Rezept ist gefunden und zwar eines, bei dem man die grünen Hüllblätter nicht entfernen muss. In anderen Rezepten heißt es, sie würden den Sirup bitter machen. Doch ich vertraue dem österreichen Hauben- und Sterne-Koch Meinrad Neunkirchner und kann mir auch gut vorstellen, dass das Bittere dem Sirup die besondere Note gibt („So schmecken Wildpflanzen“ heißt das Buch, in dem er das Rezept veröffentlicht hat). Nun gibt es noch eine Hürde zu nehmen: 1 kg Löwenzahnblüten pflücken. Doch ich habe Glück: die Teilnehmer meiner Wildpflanzenwanderung, denen ich von meinem Plan erzähle,  erklären sich spontan bereit mir zu helfen und in 10 Minuten sind 960 gr. Blüten gesammelt. Vielen vielen Dank dafür, das war unglaublich nett!!

Hier nun die versprochene Belohnung, das Rezept für 1 Liter leckeren Sirup:

Ca. 1 kg. Blüten ohne Stiele | 2 Liter Wasser | 2 Bio-Zitronen und Bio-Orangen, in Scheiben geschnitten | ca. 500 gr. Zucker

Blüten nicht waschen, ggf. aber erstmal die kleinen Tierchen rauskrabbeln lassen. Mit ca. 2 Litern Wasser aufkochen, ggf. Schaum abschöpfen. Die Zitronen- und Orangenscheiben zugeben und bei geringer Hitze auf ca. die Hälfte reduzieren lassen. Das dauert durchaus mehrere Stunden. Abkühlen lassen und über Nacht zugedeckt stehen lassen. Am nächsten Tag in einem Sieb abtropfen lassen aber nicht ausdrücken. Den Sud langsam mit Zucker (500 gr. auf 1 Liter) einkochen lassen. Neunkirchner empfiehlt den Sirup durch ein feines Sieb zu gießen, nochmals aufzukochen und dann abzufüllen. Kühl und dunkel soll er bis zu 2 Jahre haltbar sein.

Der Höhepunkt der Woche. Ein gelungener Wildpflanzenkochkurs

Wieder haben die Wildpflanzen und die Wildpflanzen-Köche gezeigt was in Ihnen steckt. Letzten Samstag haben wir in der vhs-Küche ein unglaublich gelungenes Wildpflanzen-Menü gekocht. Natürlich probiere ich die Rezepte vorher aus, doch was die Teilnehmer dann daraus machen, weiß man ja nie so genau, denn jeder bringt seine ganz eigene Kocherfahrung und seinen eigenen Geschmack mit.

Für mich (und das kann ich sicher sagen: nicht nur für mich) war es ein großartiges Geschmackserlebnis und ein richtig schöner Nachmittag. Das Brennnessel-Erdbeer-Risotto war von einem anderen Stern, das Bärlauch-Faltbrot zerging mit Butter-Knoblauch-Aroma auf der Zunge und war gleichzeitig von einer cross-mürbem Kruste umgeben, die Wildpflanzen-Quiches (eine mit Hopfensprossen, die zweite mit Bärenklau, eine dritte mit beidem) waren saftig, knusprig und aromatisch zugleich.

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Brennnesselrisotto mit Erdbeeren

Wilde Frühjahrsküche – Die Qual der Wahl

Endlich steht es fest, das Menü des nächsten Frühjahres-Kochkurses am kommenden Samstag in der vhs Regensburg. Die Auswahl an essbaren Wildpflanzen ist im Moment riesig und die Zubereitungsmöglichkeiten sind unendlich. Aber, jetzt hab ich mich entschieden. Hier das Menü:

  • Brennnesselrisotto mit Erdbeeren
  • Bärlauch-Dinkel-Faltbrot
  • Mariniertes Wildgemüse (Japanischer Knöterich, Wiesen-Bärenklau, Knoblauchsrauke, Giersch)
  • Quiche mit Hopfensprossen
  • Lindenblättersalat mit Wiesenschaumkrautblüten
  • Griechischer Joghurt mit Nüssen und wildem Sirup von Fichte und Robinie

So entsteht das leckere Faltbrot:

Viele Wildpflanzen konnte ich berücksichtigen und ich denke die Rezepte sind abwechslungsreich und ansprechend. Wahrscheinlich wird es wieder mal viel zu viel, aber dann kann jeder noch ein wenig was mit nach Hause nehmen. Ist ja auch nicht so schlecht.
Ich freue mich auf jeden Fall auf den Samstag.