November

Erntemonat November

Der November hat einen schlechten Ruf. Man sagt ihm nach er sei grau und regnerisch, unfreundlich und kalt. Man verbindet ihn nicht mit Wachstum und Grün und denkt wenn das Wort „November“ fällt meist zunächst nicht an das Ernten von essbaren Wildpflanzen in der Natur.

Doch überwindet man sich, zieht sich warm an und fährt hinaus dann wird man eines besseren belehrt. Der November entpuppt sich als ergiebiger Erntemonat. Gerade in den letzten Jahren ist der Herbst immer länger geworden, der eigentliche Winter begann oft erst im neuen Jahr.

Mit meinen Intensivgruppen war ich natürlich auch im November unterwegs und für alle Zweifler zeige ich Ausschnitte aus den Fotoprotokollen, die ich auf den Wanderungen erstelle. Am 11. November waren wir in der Nähe des Prüfeninger Schloßes unterwegs und haben eine schöne Ernte mit nach Hause nehmen können.

Auch eine Woche später, bei deutlich kühlerem Wetter, haben wir auf dem Gelände der Universität Regensburg noch einiges an wildem Grün finden können. Besonders ergiebig waren, wie so oft, Erdhügel, die aufgrund von Bauarbeiten aufgeschüttet worden waren. Hier haben Pionierpflanzen ihre Chance genutzt, wie die Raue Gänsedistel. Aber auch Stauden, wie der feine Sauerampfer, die das Glück hatten, nahe der Oberfläche zu landen haben kräftig ausgetrieben. Das zweite ergiebige Habitat, in dem sich viele der Essbaren wohlfühlen, sind die kleinen Wäldchen, die am Rande des Botanischen Gartens der Universität und hinter dem Sportzentrum angepflanzt worden waren. Hier haben wir die Knoblauchrauke und die Nelkenwurz in großer Zahl gefunden, beides Pflanzen, deren Wurzeln man nun ernten kann. Die dritte flächendeckend wachsende Pflanze war die Goldnessel, die nun bis ins Frühjahr geerntet werden kann.

Die Bilder von den Pflanzen des Novembers zeigen, dass die Meinung über diesen doch so reichen Monat revidiert werden muss. Bleiben der späte Herbst und der Winter weiterhin so mild, muß man den November als Erntemonat im Kalender notieren.

Viel Grünes im November

Wer auf der heutigen Wildpflanzenwanderung in Tegernheim dabei war, der konnte sich von der Fülle der essbaren Wildpflanzen im November überraschen lassen. Fast zwanzig Interessierte trafen sich am Geopfad-Infopunkt in Tegernheim bei kühlem etwas regenerischem Novemberwetter.

Unser Weg führte uns zunächst an einen kleinen Bach, der parallel zur Strasse im engen Steinbett fließt. Hier ist der ideale Ort für die Bachbunge und das Bittere Schaumkraut. (mehr …)

Eichelgemüse mit Brokkoli und Hirse

Eichel-Küche Teil 2. Eicheln mit Sprossbrokkoli und Hirse

Heute habe ich das erste Gericht mit den Eicheln gekocht, die ich am Freitag geschält und seit dem gewässert habe. Es hat 2 Tage gedauert, bis die Eicheln genügend Gerbsäure an das Wasser abgegeben haben und nun mild schmecken und gut verträglich sind. Ich habe die Eicheln zum Wässern in eine sehr große Schüssel umgeschüttet, da das Glasgefäß, in dem ich sie fotographiert hatte (siehe Beitrag Eichel-Küche Teil 1)  zu klein war. Ich habe etwa 5 mal das Wasser gewechselt und die Eicheln beim Wasserwechsel auch immer in ein Sieb umgeschüttet und in der Spüle ordentlich durchgespült. (mehr …)

Stieleicheln und Eicheln der Roteiche

Eichel-Küche Teil 1

Heute geht es los. Die Eicheln werden verarbeitet. Zwei Sorten habe ich vorrätig: die länglichen Eicheln der Stieleiche und die eher runden der Roteiche. Die Stieleiche ist eine einheimische Art (Quercus robur), die Roteiche (Quercus rubra) wurde aus Nordamerika eingeführt.  Aber es ist egal welche Eicheln man verwendet, denn alle Eicheln sind essbar. Gut ist es, wenn sie möglichst groß sind.

Wichtig ist, dass sie braun sind, nicht schimmling, wurmig oder faul sind. Das heißt: zunächst wird aussortiert. Im Wasser sinken die meist guten Eicheln nach unten, d.h. viele unbrauchbare Eicheln kann man schon mal oben abschöpfen. (mehr …)

Adieu Brennnessel. Bonjour Wintergrüne

Meine Favoritin, die Brennnessel, zieht sich nun bald in ihren wohl verdienten Winterschlaf zurück. Nur noch selten findet man Bestände mit frischen grünen Spitzen, meist sind sie schon mit braunen Flecken, ich vermute mal einem Pilz, übersät.
Doch wie immer hat alles zwei Seiten. Nun entdecke ich die wintergrünen Pflanzen für mich: die Goldnessel, die gefleckte Taubnessel, den Gundermann, die Knoblauchsrauke, die Schafgarbe.
Auf einem kleinen Spazierganz durch feuchte Wiesen und kleine Auwaldbestände habe ich mir eine schöne Mischung gepflückt, die nun in den nächsten Tagen meinen morgentlichen grünen Smoothie bereichern und würzen wird. (mehr …)